Verantwortlich: Dr. Dieter Dettke,
Redaktion: Stefanie Nesmith
A m e r i c a A l e r t
Informationsservice des Washingtoner Büros der FES
Ausgabe 11/2004 – 27. Mai 2004
Die Herausforderung: Al Gore rechnet mit dem außenpolitischen Kurs der Bush-Administration ab und fordert die Entlassung von Rumsfeld, Rice, Tenet, Wolfowitz, Feith und Cambone
Der bisher wohl massivste Angriff auf die Außenpolitik der Bush-Administration kam gestern von Al Gore. In einer Rede an der New York University am 26. Mai geißelte er die Außenpolitik der Bush-Administration als Fehlschlag und Demütigung Amerikas. Er warf der Administration vor, mit ihrem Streben nach Dominanz der verführerischern Illusion zu erliegen, Machthunger durch einen Pakt mit dem Teufel zu befriedigen. Und wie immer, wenn man dem Teufel die Hand reicht, findet man zu spät heraus, dass man dabei die eigene Seele aufgegeben hat. Gore führte die schrecklichen Untaten amerikanischer Soldaten im Gefängnis von Abu Ghareib unmittelbar auf den Mangel von Rechtsbewusstsein und eine Politik rechtlicher Ambivalenz in der Bush-Administration zurück. Er scheute sich auch nicht, von einem “amerikanischen Gulag“ zu sprechen.
“Die größte Quelle unserer Stärke“ – so Gore – “ist unsere moralische Autorität und es ist genau unsere moralische Autorität, die leichtsinnig riskiert wurde durch schäbige Kalkulationen und faule Kompromisse des Gewissens von einem halsstarrigen Präsidenten, der bereit war, die Geschichte aufs Spiel zu setzen.“
Die ganze Rede kann abgerufen werden unter: http://www.moveon.org/pac/gore-rumsfeld-transcript.html
Washington, 17. Mai (Dieter Dettke)