
Kommentar, Washington D.C., 13.März, 2008
Junge Wahlkampfhilfe aus Deutschland
Almut Wieland-Karimi,
Leiterin des Büros der FES in Washington, DC
Gerade hier aus Washington D.C. ist es faszinierend zu beobachten, dass das Interesse an den US-Vorwahlen in Deutschland wohl noch nie so stark war wie in diesem Jahr. Vor allem Barack Obama erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit, laut einer Forsa-Umfrage für den Stern würden ihn 43% der Deutschen wählen, Hillary Clinton liegt bei 39%.
Obwohl der Kalte Krieg genauso weit hinter uns liegt wie die Abhängigkeit von der Weltmacht USA als Schutzpatron vor dem Kommunismus, nehmen die Vergleiche zur Polit-Ikone John F. Kennedy kein Ende. Der "schwarze Kennedy" (Der Tagesspiegel) Obama scheint der hinkenden Analogie zum Trotz die Herzen der Deutschen genauso schnell zu erobern, wie Kennedy mit seiner berühmten Rede in der West-Enklave Berlin im Jahr 1963. Sein Charisma und das Versprechen eines anderen Amerikas machen Obama zum Hoffnungsträger der Deutschen.
So ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem junge Deutsche aufmachen, um hautnah dabei zu sein. Robert Greve, derzeitig Praktikant bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Washington D.C., hat seine ersten US-Wahlkampferfahrungen bereits 2004 für die Kerry-Kampagne in Michigan gemacht. "Das war eine einzigartige Erfahrung damals", sagt Robert heute. Im Demokraten-Büro in Macomb County können auch deutsche Studierende hautnah dabei sein und erleben, wie in den USA um jede Stimme gekämpft wird. Durch die County Elections sind die lokalen "Clubs" der Parteien zwar quasi ständig im Wahlkampf, jedoch nimmt das Interesse aus Deutschland natürlich besonders zu den Präsidentschaftswahlen zu, wie Ed Bruley, Vorsitzender der Demokraten in Macomb County erzählt. Bruley spricht von 70-80 jungen Deutschen, die sein Büro in den letzten Jahren besucht haben.
Einmal einen US-Wahlkampf live beobachten, das scheint für immer mehr junge Deutsche reizvoll zu sein und zeigt: ob zu Hause per Zeitung, vor dem Fernseher oder direkt vor Ort - die Faszination des US-Wahlkampfes ist nicht nur in Deutschland ungebrochen.





