Corona in den USA: „Joe Biden präsentiert sich als der bessere Präsident.“

Dreieinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl steigen die Corona-Zahlen in den USA dramatisch an. Welchen Einfluss das auf den Wahlkampf und die Chancen der Kandidaten hat, sagt Knut Dethlefsen von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Washington.

Die Zahlen sind dramatisch. Mehr als dreieinhalb Millionen Amerikaner*innen sind mit dem Corona-Virus infiziert, rund 140.000 Menschen bereits gestorben. „Die Corona-Pandemie ist hier völlig aus dem Ruder gelaufen“, sagt Knut Dethlefsen. Er leitet das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Washington. „Die Leute sehen auch, dass Donald Trump nichts dazu beiträgt, die Krise in den Griff zu bekommen.“ Stattdessen rede der US-Präsident die Corona-Auswirkungen klein.

„Es ist sehr viel Unruhe in der Kampagne von Donald Trump“

„Für die Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner steht jetzt die eigene Gesundheit im Vordergrund“, sagt Dethlefsen im Video-Interview mit vorwärts.de. „Das heißt, dass sie einen Präsidenten wollen, der die Corona-Pandemie effektiv bekämpft und ernst nimmt.“ Aus Dethlefsens Sicht könnte der Umgang mit dem Virus daher die Präsidentschaftswahl entscheiden. Sie sei auch einer der Gründe für die guten Umfragewerte des demokratischen Kandidaten Joe Biden. „Er präsentiert sich als der bessere Präsident.“

Dass Präsident Donald Trump sich kurz vor Beginn der heißen Wahlkampfphase von seinem bisherigen Wahlkampfmanager Brad Parscale getrennt hat, zeigt aus Dethlefsens Sicht auch die Nervosität das Präsidenten. „Es ist offensichtlich sehr viel Unruhe in der Kampagne von Donald Trump“, sagt er. Dass mit der Trennung von Parscale eine Wende gelinge kann, bezweifelt Dethlefsen. „Im Grunde ist es ein Zeichen der Schwäche.“

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Das Interview erschien im  Vorwärts

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